Osteoporose
Diagnostik und
Therapie der
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Quizfrage: Welches Lebensmittel enthält am meisten Kalzium (in Bezug auf die Kalorien)? a) Vollmilch 3,5 % Fett b) Quark 40 % Fett c) mageres Rindfleisch d) Weißkohl |
Ab 35 geht´s bergab...
...jedenfalls mit der
Knochenmasse. Bis dahin sollte jeder soviel Knochensubstanz wie möglich
aufgebaut haben. Danach setzt der Abbau ein und es droht die Osteoporose. Wir
haben es allerdings in der Hand, diesen Verlust zu verlangsamen oder zu
beschleunigen. In den Wechseljahren setzt dann mit der nachlassenden
Östrogenausschüttung für einige Jahre ein beschleunigter Verlust der
Knochenmasse ein. Viele Frauen rutschen dann in die Osteoporose. Männer bekommen
meist erst im Senium (weit über 80 Jahre) eine Osteoporose. Darum gaben Ärzte
den Frauen ja auch
Die Milch macht´s ?
Also sollten wir täglich zur Vorbeugung oder Behandlung der Osteoporose einen halben Liter Milch trinken (600 mg Kalzium!) und die Knochen sind gerettet. Schön wär´s! Milch ist zwar in der Tat absolut recht kalziumreich. Wir müssen uns aber abgewöhnen, komplexe Systeme, wie es der Knochen im menschlichen Organismus darstellt, rein mechanistisch zu betrachten: Knochen enthält Kalzium, Kalzium macht den Knochen stabil, wenn wir viel Kalzium zuführen, wird der Knochen auch stabil. Milch enthält viel Kalzium, also macht Milch den Knochen hart. Solche Gleichungen gehen zwar in der Mathematik auf, selten jedoch in der Biologie. Und wie wir sehen, ist diese Gleichung eine Milchmädchenrechnung (im wahrsten Sinne des Wortes).
Schauen wir uns doch einmal die
Häufigkeit von Knochenbrüchen in verschiedenen Teilen der Welt an. Bei Frauen
über 35 Jahren gibt es in Norwegen mehr als 400 Fälle pro 100.000. In
Deutschland sind es ziemlich genau 400. In Italien sind es knapp 250 (durch die
vermehrte Sonnenbestrahlung und damit
Soweit möchte ich nicht gehen.
Ich würde mir nur wünschen, dass das immer wiederholte Ammenmärchen: "Viel Milch
- keine Osteoporose, keine Milch - und die Knochenbrüche sind vorprogrammiert!"
endgültig ad acta gelegt wird. Sicher gibt es für die Bewohner der asiatischen
Länder andere Schutzfaktoren (mehr Sojaprodukte mit
Was hilft wirklich bei Osteoporose?
Östrogene gehen wegen der
gefährlichen Nebenwirkungen nicht. Milch hat wohl doch nicht den von der CMA (Centralen
Marketinggesellschaft für Agrarwirtschaft) gewünschten Effekt. Was sollen wir
denn nun gegen die Osteoporose tun?
Welche Lebensmittel sind bei Osteoporose günstig?
¤ Milchprodukte, insbesondere Hartkäse (wenn keine Milcheiweissallergie oder eine Laktoseintoleranz besteht, stellen in unserer Gesellschaft eine wichtige Kalziumquelle dar, deren Bedeutung jedoch oft überschätzt wird (siehe auch Auflösung der Quizfrage).
¤ Gemüse und Salate sind zwar absolut nicht besonders kalziumreich, aber relativ zu den Kalorien schon (siehe Auflösung der Quizfrage).
¤ Nüsse, Samen (z.B. Walnüsse, Leinsamen, Sesam) sind zwar aufgrund ihres Fettgehaltes recht kalorienreich, enthalten absolut auch viel Kalzium (120 g Sesam würden theoretisch den gesamten Kalziumbedarf eines Tages decken).
¤
Sojaprodukte sind nicht nur
wegen ihres Kalziumgehaltes wertvoll, sondern auch wegen ihrer
¤
Kalziumreiche Mineralwässer
beginnen ab etwa 250 mg/l (schauen Sie einmal auf das Etikett Ihres Wassers).
Häufig wird behauptet, dass mineralreiche Mineralwässer ungünstig sind, da die
Mineralien anorganisch sind und daher nicht aufgenommen werden können.
Andererseits sollen sie die Gefäßverkalkung fördern (obwohl das Kalzium doch gar
nicht aufgenommen wird). Und mineralarmes Wasser ist viel besser, weil es doch
am meisten Schadstoffe aus dem Körper lösen kann. Hier wird unglaublich viel
Blödsinn auf einem Haufen verbreitet. Belege gibt es dafür keine und wenn, dann
beweisen sie das Gegenteil. Zur Aufnahme: In Resorptionsstudien hat man
festgestellt, dass das Kalzium aus Mineralwasser sogar besser als aus der Milch
resorbiert wird. Ist es erst einmal im Blut, macht es für den Körper keinen
Unterschied, ob es einmal organisch oder anorganisch gebunden war. Jedes Kalzium
- ob organisch oder anorganisch - wird im Darm als Kalziumion aufgenommen. Der
Körper macht dann keinen Unterschied mehr, ob dieses Ion mal organisch gebunden
war oder nicht. In Gegenden mit hartem (also kalziumreichen) Wasser gibt es
nicht mehr
Welche Lebensmittel sollten Sie bei Osteoporose eher meiden?
Phosphatreiche Lebensmittel sollten eher gemieden werden. Wir benötigen zwar auch Phosphat für den Knochen, das Verhältnis von Phosphat zu Kalzium sollte aber etwa 1:1 betragen, tatsächlich beträgt es bei uns aufgrund der phosphathaltigen Lebensmittelzusatzstoffe etwa 2:1, was für die Kalziumaufnahme und den Knochen eher ungünstig ist. Neben Wurst und Fleisch (schauen Sie einmal auf das Kleingedruckte an der Fleischtheke!) sind besonders Cola-Getränke und Limonaden zu nennen. Eine amerikanische Studie untersuchte einmal die Knochenbruchrate von amerikanischen Schulmädchen. Dafür wurden die Mädchen in drei Gruppen eingeteilt: Die Wenig-Cola-Trinker, die Viel-Cola-Trinker und die Mittleren (jeweils ein Drittel). Aus wissenschaftlichen Gründen wäre es natürlich am besten gewesen, man hätte eine Gruppe genommen, die gar keine Cola trinkt, um klare Unterschiede herauszuarbeiten, aber finden Sie einmal in Amerika Kinder, die keine Cola trinken (bei uns schaut es mittlerweile ja kaum anders aus)! Ergebnis: Die Kinder mit dem hohen Cola-Konsum hatten mehr Knochenbrüche als die mit dem geringen Konsum. Viel-Cola-Trinkerinnen hatten bereits im Schulmädchenalter dreimal mehr Knochenbrüche als die Wenig-Cola-Trinkerinnen! Ursächlich werden hierfür das Phosphat und das Coffein (auch ein "Kalziumräuber" durch vermehrte Ausscheidung über den Urin) verantwortlich gemacht. Wenn Sie wegen der Osteoporose Milchprodukte verzehren, dann bitte auf keinen Fall Schmelzkäse, da dieser sehr viel Phosphatsalze enthält.
Welche
Hier stehen natürlich Kalzium und Vitamin D an erster Stelle. Vorbeugend kann man 500 mg Kalzium plus 500 IE Vitamin D zusätzlich nehmen. Ist bereits eine Osteoporose bekannt, so sollten etwa 1000 mg Kalzium plus 1000 IE Vitamin D eingenommen werden. Präparatebeispiele:
| Präparat | Kalzium (mg) | Vitamin D (IE) | Preis/Einheit (€) |
| Calcium D3-ratiopharm Brausetabl. | 600 | 400 | 0,25 |
| Calcium D3 STADA Kautabl. | 600 | 400 | 0,22 |
| Calcium D3 STADA Brausetabl. | 1000 | 880 | 0,51 |
| Calcium-D-Sandoz Brausetabl. | 600 | 400 | 0,31 |
| Osteoplus Brausetabl. | 1000 | 1000 | 0,41 |
| TOGASAN Calcium+Vit. D3 Brausetabl. | 1000 | 880 | 0,45 |
Diese Liste ist nicht
vollständig, sondern soll nur Beispiele angeben. Wir benötigen aber zur
Verhütung der Osteoporose auch noch andere Nährstoffe, z.B. Magnesium,
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Warum haben wir eigentlich Angst vor zu vielen Vitaminen, aber nicht vor dem Mangel mit seinen gravierenden Folgen?
Bei meinen
Patienten mit entsprechender Indikation messe ich regelmäßig den
Auf der anderen
Seite gibt es Studien, die belegen, dass Bewohner von deutschen
Altersheimen zu 100 % einen
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Lösung der
Quizfrage:
Vollmilch ist natürlich sehr kalziumreich. 100 ml enthalten
120 mg Kalzium auf 64 kcal, also 1,9 mg/kcal. Quark enthält hingegen nur 95
mg/160 kcal also 0,6 mg/kcal, ist damit gar nicht so kalziumhaltig, wie
allgemein angenommen wird. Quark ist vielmehr eine "Eiweißbombe" mit 11
g/100g. Eiweißbelastungen des Organismus führen jedoch über die Niere zu
massiven Kalziumverlusten. Mageres Rindfleisch hat sogar nur 4 mg auf 105
kcal, also 0,04 mg Kalzium pro kcal und ist damit praktisch kalziumfrei.
Fleisch enthält aber auch viel Eiweiß, was die Kalziumausscheidung fördert
und viel Phosphat, welches ein "Gegenspieler" des Kalziums ist.
Der Weißkohl hingegen enthält mit 49 mg Kalzium auf 100 g zwar weniger als Vollmilch oder Quark, dafür aber auch nur 22 kcal. Das ergibt einen Quotienten von 2,2 mg pro kcal. Weißkohl ist erstaunlicherweise - bezogen auf die Kalorien- am kalziumreichsten. Wer hätte das gedacht?
Und was für den Weißkohl zutrifft,
gilt im Prinzip für alle Gemüse und Salate: Diese enthalten zwar absolut
nicht so sehr viel Kalzium, relativ zu den Kalorien jedoch weit mehr als die
meisten Milchprodukte, außer Käse. Wenn Sie besonders viel Kalzium mit
Milchprodukten zuführen wollen, dann sind Hartkäse zu bevorzugen. Gemüse
enthalten relativ viel Kalzium, Sie müssten aber auch viel davon verzehren
(2 kg Weißkohl am Tag, um die Gesamtmenge von 1 g zu erreichen), aber mit
einer guten Gemüseportion von 400 g haben Sie in der Regel schon 20 % des
Bedarfes gedeckt und sich dabei kaum mit Kalorien belastet. Wenn Sie
Milchprodukte zur Deckung des Kalziumbedarfes bei Osteoporose bevorzugen,
dann steht Quark so ziemlich an letzter Stelle. Fleisch sollte nur sehr
sparsam eingesetzt werden. Dafür spricht auch, dass "KörnerfresserInnen"
(Vegetarier) in den Wechseljahren signifikant bessere Knochendichten
aufweisen als "FleischfresserInnen" (Carnivoren). Nährstoffangaben aus:
Elmadfa: Die große GU Nährwerttabelle, GU-Verlag.
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Chefarzt der Inneren
Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
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